Holger Rudolph
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Jahrgang 1966
Autodidakt & Multitalent
Schauspieler, Musiker, Webdesigner, Grafikdesign, Texter
Mitgründer des AHA-Theaters Freiburg
Geschäftsleitungsassistent / Marketing im sozialen Bereich
Tätigkeitsfeld:
- Schauspieler für Kinder- & Erwachsenenstücke
- Multiinstrumentalist, Songwriter & Texter, Vocalist, Komponist,
eigene CD-Produktionen, Live-Auftritte
- Songtexte, Gedichte, große Internetpublikation zum Thema Mormonismus und Sektenaufklärung,
Text- und Bildmeditationen
- Webdesign, Printmedien
- Bilderreihe Schwarzwald mit eigenen Texten und Musik, Aufnahmen für diverse Printmedien
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Biografie
Das Leben eines Autodidakten zu führen,
war von je her spannend und äußerst kreativ zugleich. Lernprozesse über formelle
Wege zu durchlaufen, hatte schon seit frühen Kinderjahren zu innerer Ablehnung und Langeweile geführt. Ich war einer dieser zappelnden,
unruhigen und aufmüpfigen Schüler, mit denen die Lehrkörper ihre liebe Not hatten. Meine Eltern machten sich zunehmend Sorgen über
die schlechten Leistungen ihres Filous und fragten an der Schule an, ob ich denn für die Anforderungen „zu dumm“ sei.
Deren Antwort: Nein, intelligent. Das machte es für sie wahrscheinlich nicht viel leichter und alternative Wege gab es zu diesem Thema
in den 70ern kaum.
Jedenfalls sollte dies bis zum Ende meiner äußerst turbulenten Jugendzeit, die buchstäblich aus „Sex, Drugs und Rock ’n'
Roll“ bestand, symptomatisch sein. Erst im frühen Erwachsenenalter holte ich alle Abschlüsse nach, mit wiklich guten Ergebnissen.
Auch im Berufsleben bin ich nie an einer Stelle stehen geblieben. Meinen - auf Naturwissenschaften
basierenden - erlernten Beruf habe ich früh hinter mir gelassen, um mich in einem völlig neuen Gebiet zu etablieren – autodidaktisch
versteht sich. So habe ich viele Jahre erfolgreich in der IT-Branche gearbeitet, ohne mich je dafür extern ausgebildet zu haben.
Der immense Stress dieser Tätigkeit zwang mich jedoch irgendwann zum Umdenken (Downshifting) und so beschritt ich später wieder
andere Wege und musste lernen, sensibel Gleichgewicht zu halten....
Schon als Kind zeichnete sich ab, dass der wilde Junge zwar schwierig aber begabt war. Ich betrieb seit meinem zehnten Lebensjahr mehrere
Sportarten spielend. Darunter Bergsteigen, Sportklettern, Tennis, Badminton, Squash, Reiten, Schwimmen und Leichtathletik.
Für meine Eltern war das eine gute Möglichkeit, meinen hohen Energiepegel zu kanalisieren.
Mit zehn Jahren beschloss ich Gitarrist zu werden. Nach ein wenig Unterricht in der Gruppe, bei dem mir das Lerntempo immer zu langsam
war, eignete ich mir in den folgenden Jahren einen eigenen Stil an und begann mit Komponieren und Singen. Ich brachte mir selbst das Klavierspielen
bei und beschäftigte mich noch mit anderen Instrumenten - mehr oder weniger intensiv.
Leider konnte ich aufgrund schwieriger Lebensumstände keinen professionellen Weg als Musiker einschlagen und die Musik nahm so für
viele Jahre eine Nebenrolle ein.
Die Vergangenheit meiner Jugend hatte allerdings ihre Spuren hinterlassen und so flüchtete
ich mit 19 Jahren in die Obhut einer sektenähnlichen
Glaubensgemeinschaft – den Mormonen. Dort war ich 14 Jahre lang aktives Mitglied und leitete zum Schluss sogar eine Gemeinde. Ich
war ein gern gehörter Rhetoriker und Prediger mit charismatischen Zügen. Doch als es für mich Zeit zu gehen war,
erhielt ich das Stigma des Häretikers und Verräters. Ein sich wiederholender Vorgang in all solchen Gruppen.
Mit 33 Jahren verließ ich also die Mormonen und begann endlich ein eigenes Leben zu führen.
Nach einem längeren Prozess, bei
dem ich mein eigenes Weltbild und neue Strukturen schuf, war ich schließlich bei mir selbst angelangt. Meine Erfahrungen mit den
Mormonen und die Hinterfragung dieses Glaubens habe ich in einer großen Internetpublikation – Mormonismus-Online – zusammengefasst.
In diesem Werdegang kam der Künstler in mir immer mehr zum Vorschein und nahm jetzt eine wichtige Rolle ein. Nun schrieb ich intensiv
und produzierte eigene CDs. Dabei mache ich alles
selbst. Ich komponiere, spiele die Instrumente ein und arrangiere alles bis hin zum hörfähigen
Produkt.
Neben der Musik habe ich mir auch noch andere Dinge angeeignet, die man hier auf meiner Webseite sehen kann. Darunter Web-
und Grafikdesign,
Fotografie, Schauspielerei und das Texten.
Manchmal werde ich gefragt, woher ich das alles kann. Meine Antwort darauf: Es ist einfach da, von Geburt an und es gibt noch viele Beispiele
dazu.
Begabung bedeutet für mich aber auch Verantwortung. Das Leben hat mir diese Fähigkeiten mitgegeben und ich muss etwas daraus
machen, bevor ich den Weg alles Irdischen gehen werde. Allerdings will ich bei allem die Füße fest auf dem Boden lassen. Nichts
ist schlimmer, als Ziele anzustreben, die unerreichbar sind. Darum gehe ich auch immer kritisch mit meinem Weg um.
Klar ist auch, dass ich in keinem der genannten Gebiete ganz vorne mitspiele. Das ist der Preis der Vielseitigkeit.
Wie bei manch anderen Künstlern auch, hat dieses Leben seine Schattenseiten. Meine Vergangenheit
und Gegenwart zeichnen sich durch ausgeprägte Höhen und Tiefen aus. Die erlebten Turbulenzen waren teilweise grenzwertig, sodass
ich lernen musste, die Dinge sensibel im Gleichgewicht zu halten – ein für mich eher unnatürlicher Zustand. Ich
bin seit meinem 18. Lebensjahr bipolar,
was mein Dasein in allen Bereichen schwierig, außergewöhnlich und zugleich sehr lebendig gemacht hat. Dieser daraus resultierenden
Bandbreite an Erfahrungen und Emotionen, versuche ich in meiner Kunst Ausdruck zu verleihen.
Abschließend kann ich sagen, dass ich trotz allem kein anderes
Dasein wählen
würde. Die Welt mit den Augen der Kreativität zu betrachten ist
für mich erfülltes Sein.
„Kreativität ist die Kraft, die mich täglich antreibt, Neues zu entdecken
und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Nimmt man sie mir weg,
so erlösche ich wie ein verglühender Stern.“
Im Frühjahr 2008 |